Ein aufschlussreicher Thriller über Frauen in der Unterhaltungsbranche

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Ein aufschlussreicher Thriller über Frauen in der Unterhaltungsbranche

Britischer Psycho-Horror Letzte Nacht in Soho ist anders als alle anderen in seiner grafischen Darstellung dessen, was eine Frau ertragen muss, während sie versucht, es in der Welt zu schaffen – insbesondere in der Unterhaltungsindustrie. Der Film ist ein viszeraler Schlag, der ein Licht darauf wirft, was Jahre des Missbrauchs und die Tatsache, dass er das Objekt eines Mannes ist, einer Person antun. Geschrieben und inszeniert von Edgar Wright und vom Drehbuchautor mitgeschrieben Krysty Wilson – CairnsDer Film folgt dem langsamen Aufstieg und dem schnellen, gewaltsamen Fall des aufstrebenden 1960er-Starlets Sandie, gespielt von Anya Taylor Joy. Parallel läuft die intensive Realität des Kleinstadtmädchens Eloise „Ellie“ Turner, gespielt von Thomasin McKenzieder davon träumt, der nächste große Modedesigner zu werden.

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Ellie ist eine bescheidene und positive junge Frau. Ihre Figur dient den Zuschauern als Modus, um die alltäglichen Hindernisse zu sehen, die das Frausein mit sich bringt, selbst für eine Modedesignerin und nicht etwa für ein Model oder eine Schauspielerin. Ein Beispiel zeigt Ellie auf dem Weg zur Modeschule in einem Taxi. Der Taxifahrer ist ein älterer Mann, der ihr unheimliche Blicke im Rückspiegel zuwirft und Bemerkungen über ihren Körper macht. Obwohl diese Interaktion im Vergleich zu dem, was kommen wird, winzig ist, gibt sie den Ton perfekt an. Diese Szene zeigt, wie scheinbar banale Situationen wie das Taxifahren – eine Handlung, die aus der Not heraus genommen wird – für Frauen immer noch zu sehr kompromittierenden Situationen werden können. Ellie geriet versehentlich sehr schnell in die Hände dieses Fahrers, was sich als sehr beunruhigend herausstellte, einfach weil sie täglich handeln musste.



Thomasin McKenzie in „Letzte Nacht in Soho“.
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Die erste Bedrohung, der Ellie ausgesetzt ist, als sie endlich an der Modeschule in London ankommt, ist ihre bösartige Mitbewohnerin Jocasta. Gespielt von Synnove Karlsen, Jocasta ist das klassische „gemeine Mädchen“ und ein Symbol dafür, wie grausam und dämonisch Frauen zueinander sein können. Noch mehr manchmal in einem Raum, in dem sie aufgrund ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Mode zusammenkommen sollen. Ellie wird aus ihrem Wohnheim geworfen, nachdem sie von Jocasta gequält wurde, und mietet ein kleines Zimmer in Mrs. Collins bescheidenem altem Haus. Mrs. Collins wurde von gespielt Diana Rigg, der seinen letzten Auftritt in diesem Film hatte, bevor er starb. Während Ellies erster Nacht in ihrem neuen Zimmer hat sie einen ungewöhnlich lebhaften Traum. Es folgt einer glamourösen jungen Frau namens Sandie in einen geschäftigen Nachtclub.

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Dort trifft Sandie Jack, gespielt von Matt Smith. Jack sagt Sandie, dass er sie führen und sie zu dem Star machen wird, von dem sie träumt. Stattdessen manipuliert und pimpt er sie an ihre Kollegen. Diese Dynamik spiegelt sehr gut wider, wie die Unterhaltungsindustrie funktionierte, noch drastischer in den 1960er Jahren: Männer haben die Kontrolle und Frauen sind gezwungen, nach ihren Regeln zu spielen. Es ist eine extreme, aber leider allzu realistische Darstellung, wie Frauen gezwungen sind, Kompromisse einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen. Sandie ist stur und optimistisch, dass ihre Würde und Autonomie nur vorübergehend in Jacks Händen liegen wird, aber das ist am Ende nicht der Fall. Natürlich macht Jack Sandie nie zu der Sängerin, die er versprochen hat.

Ellie sieht Sandie weiterhin jede Nacht in ihren Träumen, wenn sie einschläft. Indem sie Sandie folgt, spürt sie Sandies Schmerz aus zweiter Hand. All ihre Erfahrungen mit gefährlichen Männern beginnen Ellie zu quälen, wenn sie wach ist und versucht, ihren Tag zu überstehen. Visionen von Männern, die Sandie missbrauchen, hinterlassen bei Ellie Angst und Paranoia. Ihr Verhalten, nachdem sie Sandies Erfahrungen miterlebt hat, ist ein so wichtiger Teil des Films. Es zeigt, wie Frauen, die Missbrauch in der Branche erfahren, negative psychologische Auswirkungen auf andere haben, insbesondere auf andere Frauen, und nicht nur auf die Frau, die es am eigenen Leib erlebt.


Anya Taylor-Joy und Thomasin McKenzie in „Letzte Nacht in Soho“.
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Wright verwendet seine zentralen filmischen Techniken wie mutiges Design, scharfe Dialoge und einzigartige Tracking-Kameraaufnahmen, um die tiefe Angst und Qual der Frauen im Filmgesicht zu enträtseln. Emotionaler Schrecken geht über den Bildschirm hinaus, da Szenen ständig zwischen Alpträumen und Realität verschwimmen.

Vor der eigentlichen Veröffentlichung des Films wurde er nur als Film über eine Frau vermarktet, die versucht, ein Star zu werden, was ihn am Ende so schrecklich macht. Es ist ein langsames Brennen, das die klassische Trope neu kontextualisiert. Die kuratierte Schönheit des Films zieht den Zuschauer in seinen Bann, so wie Sandie und Ellie von ihren glänzenden Träumen angezogen wurden, nur um zu zeigen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, besonders nicht für Frauen in der Männerwelt.


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